Die harten Tage

Die gibt es. Und ich freue mich immer über sie. Denn es gibt auch die sehr harten Tage. Und wenn ich von sehr hart spreche, dann werden das wohl nur die wenigsten nachvollziehen können. Nur die wenigsten ahnen, was es eigentlich bedeutet, Fulltime-Mom von 4 Kindern zu sein. Nur die wenigsten ahnen was es bedeutet, 4 Kindern in all ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Nur die wenigsten werden ahnen, dass es so ist, wie es ist. Denn wie es ist, das weiß man erst, wenn man es selbst erlebt hat. Wer inzwischen mal mit uns nur einen Tag verbracht hat (von morgens bis abends) oder noch besser, zwei Tage in Folge mit Nacht, nur der weiß wirklich, was es bedeutet eine Großfamilie zu managen und zu versorgen.

Unser Leben unterscheidet sich im größten Teil von anderen dadurch, dass es komplett durchorganisiert ist. Und zwar stundenweise, manchmal entscheidet auch jede Viertelstunde über einen harten oder sehr harten Tag. Das mag für viele Leute befremdlich sein und sehr unnatürlich wirken. Ist es auch. Irgendwie. Aber das ist der größte und entscheidende Unterschied zu einer Familie mit nur einem oder vielleicht auch zwei Kindern. Auch wenn ich ohnehin ein Fan von Struktur bin und bei Damian auch schon immer alles mit Blick auf die Uhr gemacht habe, ist es einfach ein Muss bei mehreren Kindern. Einem Kind, kann man so vieles durchgehen lassen… Da ist es kackegal, ob es nun schon um 11.30 Uhr müde ist und Mittagsschlaf machen will oder erst um 12:30. Who cares? Hinlegen, Ruhe, Mittagspause. Yeeha! Oder: Auf den Arm nehmen, schuckeln, Liedchen trällern – Pennt. Oder: An die Brust nehmen, nuckeln lassen – schläft. Geht alles!

Bei drei Kindern?

11:30 und eins der drei Kindern schläft vor Müdigkeit fast ein. Die blanke Panik macht sich breit. Die anderen Kinder noch hellwach. Fuck. Wach bleiben, bitte, bitte! In meinem Kopf spielt sich der gesamte folgende Mittag, Nachmittag und Abend ab inklusiver schlechter Laune von Damian. Die muss man immer mit einkalkulieren. 3-jährige sind unberechenbar. Schlecht für mich und meine Planung. Okay, was also tun? Powernap! Das ist es! Die letzte Rettung! Also, Blick auf die Uhr: 11.35 Uhr und Kind schläft. Jetzt darf ich nur nicht vergessen es in 10 Minuten wieder zu wecken. „Du weckst es auf???????“ „Äh, ja!? Scheiß egoistische Mami, ich weiß. Das Leben ist hart…“ Also weiter, Kind soll also um 11:45-11:50 Uhr wieder wach sein. Dann mach ich ein bisschen Action mit ihm damit es wieder schön müde wird. „Watt? Die Tante hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank“ Ja, das denke ich auch manchmal wenn ich versuche, mich von außen zu beobachten. Aber alles dreht sich hierbei nur um ein Thema: Der gemeinsame Mittagsschlaf. Und wer eben mehrere Kinder hat, der weiß auch genau, dass es quasi das einzige Tagesziel ist, damit man selbst eben auch mal zur Ruhe kommt. Und das sollte man, denn eine zufriedene und ausgeglichene Mami, bedeutet auch ein zufriedenes Kind oder eben Kinder.

Genauso verhält es sich auch beim Essen. Bei einem Kind, kannse quasi immer mal die Brust hinhalten und sagen „Da, bitte…. Bedien dich.“ N kleiner Schluck für zwischendurch, etwas kuscheln und dabei einschlafen. Na Bombe! Stelle sich das einer mal bei 3 Babys vor. Da kann ich ja gleich den ganzen Tag lang oben ohne durche Bude rennen und wild mit den Armen-fuchtelnd rufen „Hurra!! Heute alles umsonst und all you can drink!! Haut rein, gönnt euch! Die Bar hat 24/7 geöffnet! Kein Ding, die Muddi hat wie immer n Spendablen…“ Danke, nein. Auch hier herrscht der strikte Essensplan im 4 Stunden Rhythmus. Außnahmen gibt es nicht. Nur in Notfällen.

Die meisten verstehen es nicht. Man kann es ihnen nicht verübeln. Ich konnte es mir damals auch alles noch nicht vorstellen. In der Schwangerschaft. Aber es ist wirklich hart. Die wenigen Auszeiten die man hat, die muss man sich hart erkämpfen und erarbeiten. Und dann muss man auch wissen, wie man diese am effektivsten nutzt. Tut man was für sich selbst? Ruht man sich einfach nur aus? Geht man zur Abwechslung mal wieder duschen und kämmt sich endlich ordentlich die Haare? Muss man Familienmanagement-Kram erledigen? Und ehe man sich versieht, hört man einen der drei Racker aus dem Nebenzimmer brabbeln und die Pause ist auch schon wieder vorbei. Auch ein einfacher Ausflug wird zu einem Kraftakt und verlangt wiedermal organisatorische Meisterleistungen. Man freut sich vielleicht mal wieder rauszukommen. Auch mal was anderes als immer nur die eigenen vier Wände mit immer dem gleichen Babykrempel zu sehen. Organisiert den Ausflug dann aber einen halben Tag lang um am Ende effektive 3 Stunden irgendwo zu verbringen, wo man nicht immer alles da hat, was man manchmal braucht. Da überlegt man sich irgendwann zwei mal, wann es sich wirklich lohnt, mit allen Kindern irgendwohin zu fahren. Leider ist es wirklich so, doch bis man sich das eingesteht, dauert es einige Ausflüge. Es ist doch unterm Strich immer so: Der Alltag läuft weiter! Es bleibt alles exakt wie immer: Die Kinder haben Hunger, wollen Schlafen, brauchen dabei Hilfe, sind gelangweilt und wollen spielen PLUS: Man ist nicht zu hause, hat nicht die gewohnte Umgebung, muss den ganzen Krempel mitschleppen, nimmt dann evtl das „falsche“ Spielzeug mit, die Kindern können schlechter Schlafen und man muss wieder zeitig nach hause fahren damit der große nicht auch noch übern Punkt ist vor Müdigkeit und am Ende des Tages lauter brüllt als jedes Baby, muss den Krempel wieder einsammeln, darf nichts vergessen, muss also wieder an alles denken und ist gefühlt den ganzen Tag nur mit Packen und Nachdenken beschäftigt. So ist es doch, und nicht anders. Natürlich hat man dort, wo man hinfährt, dann auch etwas Hilfe. Doch sind wir mal ehrlich: Am Ende machts doch die Mama. Nicht weil sie es unbedingt will, sondern weil die Helfer, auch wenn sie sich die größte Mühe geben werden, dein Kind doch nicht so gut kennen wie du selbst und deshalb immer irgendwann ins Schleudern geraten. Man kann bei vielen Dingen keine Pauschallösung nennen. Es gibt keine Formel oder Methode die immer wirkt. Man muss es in der Situation entscheiden und im Zweifelsfall das Gefühl entscheiden lassen. Und ich bin einerseits froh und stolz sagen zu können, das ich in den allermeisten Fällen weiß, was mein Kind hat. Helfen kann ich trotzdem nicht immer, denn manchmal kann man einfach nicht viel machen, aber ich weiß, was es jetzt braucht. Auf der anderen Seite ist es unglaublich belastend, wenns am Ende dann doch wieder die Mutti machen muss und man also nur macht, macht, macht. Man funktioniert irgendwann einfach nur noch. Wie eine Maschine. Dieser Song ist Unsinn, man ist eine Maschine. Wenn man sich dagegen wehrt, dann klappt es nicht. Man muss sich hinten anstellen und erst mal einfach funktionieren. Die Pause, die man irgendwann später bekommt um wieder mal Mensch zu sein, die wird kommen. An sehr harten Tagen kommt sie nur später und ist schneller wieder vorbei.

Ich möchte an der Stelle vermerken, dass ich niemandem mit diesem Text zu nahe treten möchte. Es haben alle den gleichen Respekt verdient, jede Mutti, egal mit wie vielen Kindern, leistet unglaubliches. Höchstens diejenigen ohne Kinder, die könnten mal über ihr Leben nachdenken, ob es wirklich so anstrengend, stressig und verplant ist wie sie denken, oder ob sie sich nicht doch unterm Strich mehr Stress machen, als nötig. Ich glaube, die meisten ahnen nicht was es bedeutet, keine Zeit zu haben. Ihr habt Zeit! Nutzt sie! Und hört auf zu meckern! Ich muss jetzt drei Kinder baden gehen…..

Diskriminierung “Wir sind anders”

Unsere Drillinge. Wie lieben sie so sehr und sind unendlich stolz auf sie. So wie natürlich auch auf unseren ersten Sohn. 4 Kinder haben wir nun. Quasi auf einen Schlag, von 1 auf 4. BÄM! Wow, was für eine Herausforderung, aber wir nehmen sie an. Wir versuchen, eine ganz normale Familie zu sein und ein Leben zu führen, wie wir es auch mit nur einem oder zwei Kindern geführt hätten. Leider klappt das nur mäßig. Mal ganz davon abgesehen dass man sich längst nicht so intensiv mit jedem einzelnen Kind beschäftigen kann, wie man es noch mit zweien hätte tun können, werden einem immer wieder Hürden gestellt. Vorurteile, Diskriminierung, man wird öfter daran erinnert dass man scheinbar anders ist, als ich es mir je vorgestellt hätte. Die Drillinge, oder 4 Kinder, sind für andere häufig ein Problem, das ist die bittere Wahrheit. Ich habe das erste Jahr mit Damian damals sehr intensiv erlebt. Habe viel mit ihm unternommen, andere Mamas besucht, in Elterncafés gewesen, einen PeKiP Kurs belegt und so weiter. Etwas traurig war ich also, als ich in der Schwangerschaft irgendwann realisierte: Das kannst du diesmal nicht mehr. Alleine mit drei Babys irgendwo hinfahren, das schaffst du ja schon alleine logistisch gesehen gar nicht! Als die drei nun auf der Welt waren bestätigte sich diese Vermutung auch erst einmal, aber auch vor allem wegen dem Füttern, welches unglaublich aufwändig ist, dadurch dass ich ja auch stille und alles einfach seine Zeit braucht. Doch im Laufe der ersten Monate wurde ich sicherer und mutiger und entschloss mich irgendwann dafür, doch einen PeKiP Kurs zu besuchen. Ich hatte mir alles überlegt, jemand der immer mitkommen konnte und jemand organisiert der in der Zeit auf Damian aufpassen sollte. Der Transport sollte nicht mit dem sperrigen Drillingswagen erfolgen, sondern mit zwei Tragetaschen und einem normalen Kinderwagen, so wie ich es bereits im Vorfeld getestet habe. So weit, so gut. Die Kursleiterin war erst einmal entzückt, als ich von meinen Drillingen erzählte und meinem Plan, eine zweite Person mitzubringen. „Alles kein Problem“ hieß es. Doch ein paar Tage vor Kursbeginn bekam ich einen Anruf. Die Dame sagte sie hätte noch mal darüber nachgedacht und machte zum Ausdruck, dass es wohl „für alle Beteiligten das Beste sei“ wenn ich mit den Drillingen erst in einigen Monaten den Kurs beginne, und damit nicht, wie alle anderen, jetzt schon starte. Ihr Grund dafür war, dass meine Kinder ja noch so klein sind und „wenn ein Kind schreit, dann steckt es das andere an, und das das nächste und das bringt dann Unruhe in die ganze Gruppe“.
Ernsthaft jetzt?
Warum geht man davon aus, dass nur weil ich drei Babys habe, diese mehr schreien als die Babys der anderen Mütter? Das ist doch wohl völliger Unsinn! Mal ganz davon abgesehen dass sie meine Babys überhaupt nicht kennt und nicht weiß, dass es unglaublich liebe Babys sind, die nur schreien wenn sie Hunger haben (okay, etwas übertrieben :-D) und ansonsten einfach nur fröhliche Kinder sind. Ich find es einfach eine Frechheit und auch diskriminierend, dass ich die Sinne meiner Babys nicht jetzt schon durch so einen Kurs stimulieren darf, wobei es andere Eltern mit nur einem Kind bedenkenlos dürfen. Da wird nicht vorher abgefragt, ob es denn ein Schreikind ist und dass es dann bitte erst später dazu stoßen darf. Vor allem, was sollte sich dann bitte in ein paar Monaten daran geändert haben? Wenn sich Kinder mit Schreien anstecken, dann tun sie das doch erst recht im höheren Alter. Und ein einzelnes Kind einer Mutter kann genauso gut ein einzelnes Kind einer anderen Mutter anstecken…. Ich habe also darauf verzichtet, überhaupt noch diesen Kurs zu besuchen, weil ich das Gefühl nicht losgeworden wäre, unerwünscht zu sein.

Wir müssen umziehen. Das war uns bereits klar, als wir die drei das erste mal auf dem Ultraschallgerät gesehen haben. Unsere Wohnung ist nicht klein und sie hätte auch locker für ein zweites Kind gereicht, denn Damian hat bereits sein eigenes Zimmer, aber 3 weitere Kinderbetten? Nein, dafür wäre nun kein Platz mehr, außer man würde auf sämtliches Spielzeug und weitere Möbel verzichten. Was tun wir also? In der Anfangsphase der Schwangerschaft kam sehr viel zusammen. Die Frage nach einem Umzug, wie würde es mir wohl in den nächsten Monaten ergehen, wie viele Arzttermine werde ich haben und wie viel Stress würden mir die Ärzte erlauben. Würde ein Umzug Sinn machen bevor die Kinder kommen, oder sollen wir doch lieber bis nach der Schwangerschaft warten? Wie entschieden uns für zweiteres, aufgrund der Tatsache, dass die Schwangerschaft so unglaublich schnell voran schritt und ich bereits im 5. Monat nicht mehr lang belastbar war. Spätestens im 6. Monat war mir klar, dass ich keinen Umzug mehr geschafft hätte, denn nur bei den kleinsten Stressfaktoren bekam ich bereits einen harten Bauch, es war wirklich extrem, so dass ich mir immer Mühe geben musste mich zu entspannen. Ein Umzug wäre nicht tragbar gewesen.

Jetzt sind die Kinder da und wir suchen quasi ab dem ersten Tag, seit dem sie bei uns zu hause sind, nach einer neuen Wohnung. Wir haben uns im Vorfeld schon viele Gedanken gemacht. Man hört ja so einiges darüber, dass kinderreiche Familien keine Wohnung bekommen, aber dass es so krass werden würde, hätten wir nicht erwartet.

Was hat der Markt also für uns zu bieten? Nicht besonders viel, leider. Die meisten Wohnungen haben nicht genaug Zimmer oder sind zu weit außerhalb. Doch die eine oder andere Wohnung haben wir dann doch gefunden. Was denkt ihr, wer könnte in eine 130 qm große 4 Zimmer Wohnung mit Garten und zwei Bädern einziehen? Wir? Eine Großfamilie die Platz braucht? Ach ne, sorry. Ich habe ja das Ehepaar vergessen, dass den Platz viel nötiger braucht. Die brauchen schließlich ein Fernsehzimmer, ein Lesezimmer und ein Ankleidezimmer. Stimmt, wie dumm von mir. Es ist so frustrierend zu erleben, was sich die Vermieter zum Teil rausnehmen. Wenn ich anrufe, beschreibe ich immer direkt unsere Familiensituation. Macht ja auch keinen Sinn das zu verheimlichen. Und wenn ich dann schon höre „Oh, ich glaube die Wohnung ist da aber zu klein für Sie. Sie hat ja nur 4 Zimmer und wir haben selber zwei Kinder und wissen ja, wie viel Platz man braucht.“ Ach, vielen Dank auch, dass Sie sich unseren Kopf zerbrechen! Möglicherweise gibt es auch Kinder, die nicht von Anfang an mit je einem eigenen Zimmer verwöhnt werden müssen und das dann auch absolut akzeptabel finden, weil sie es einfach nicht anders kennen! Zudem kann man anfangs super mit zwei Zimmern für die Kinder auskommen: In einem wird gespielt, in dem andren wird gepennt. Feddich. Soll jedes Kind zukünftig alleine in seinem eigenen Zimmer spielen? Wenn ich nur daran denke, 4 Kinderzimmer zu haben, an dessen Türen die Namen der Kinder in diesen niedlichen Buchstaben aufgeklebt sind, krieg ich schon die Krise. Die armen Kinder! Die langweilen sich zwischen ihren Bergen von Spielzeugen (jedes Kind hat dann natürlich seinen eigenen Berg Spielzeug, sonst müsste man ja zum Spielen in ein anderes Zimmer gehen) und wissen gar nicht was sie tun sollen. Also klar, immer jeder wie er will, aber unsere Vorstellung von Familienleben sieht da anders aus. Ich kenne es auch nicht anders aus meiner Kindheit, ich habe bis ins Schulalter mit meinem größeren Bruder in einem Zimmer geschlafen und in einem Zimmer gespielt und das hat blendend funktioniert. Ich würde sogar sagen, dass das dazu geführt hat, dass wir bis heute so ein gutes Verhältnis haben und gerne an unsere Kindertage zusammen zurückdenken. Sich abends im Bett gegenseitig Geschichten erzählen und sich austauschen, manchmal auch noch Blödsinn machen, wieder aufstehen und Mama und Papa ärgern. Alleine in einem Zimmer, hätte ich mich so manches mal ganz schön gegruselt!

Aber wer fragt uns schon? Wir bekommen ja nicht mal die Möglichkeit genaueres von unserer Familiensituation zu erzählen, wenn bereits eine Besichtigung nicht gestattet wird. Ein mal habe ich mich doch tatsächlich dazu herabgelassen der „netten Dame“ am Telefon zu erklären, wie wir ihre 5 Raum Wohnung doch sehr gut für unsere Familie nutzen könnten. Darüber ärgere ich mich manchmal jetzt noch, denn es war ihr eigentlich total wumpe was wir mit der Wohnung vor haben, denn das Argument, sie sei zu klein für uns, war offensichtlich nur eine Ausrede um nicht ehrlich sagen zu müssen warum sie die Wohnung nicht an uns vermieten will: Nämlich weil wir eine Großfamilie sind. Ja, ein Haus zu kaufen, das wäre wohl das richtige für uns. Klar, ich wäre auch dabei, aber leider haben wir zwar Drillinge bekommen, aber nicht auch noch zusätzlich im Lotto gewonnen. Somit gestaltete sich das Thema etwas schwierig für uns. Aber wer weiß, vielleicht gewinnen wir ja doch noch im Lotto, den Sechser haben wir bereits einmal gewonnen, ein zweites mal schaffen wir dann auch noch!

Drillinge stillen

Ich werde oft mit ganz großen Augen angeschaut wenn ich erwähne, dass ich stille. „Du stillst??? Hast du denn genug Milch um drei Babys zu stillen???“ ist dann eine häufige Frage. Ja, für zwei von drei Kindern reicht die Milch, und damit gebe ich mich auch zufrieden. Sicher war mein Plan ursprünglich mal ein anderer, noch ehrgeiziger, aber in der Realität merkt man erst, dass es doch sehr schwer umsetzbar ist. Deshalb hier ein kleiner Beitrag von mir zum Thema:

Drillinge stillen

Ich habe es unterschätzt. Das muss ich klar so formulieren. Und zwar in jeder Hinsicht! Stillen von mehr als einem Kind (und da werden mir die Zwillingsmamis sicher Recht geben) ist eine enorme körperliche Anstrengung und zieht unheimlich Energie, so dass ich meistens beim Stillen schon total müde werde und am liebsten einschlafen würde. Gut, das könnte auch am Schlafmangel liegen….

Die Milchproduktion anregen!

Angefangen habe ich mit der Milchpumpe, denn nach der Geburt konnte keins meiner Mäuschen schon an der Brust trinken, dazu waren sie noch zu schwach. Deshalb musste die Milchproduktion anders angeregt werden. Und zwar alle drei Stunden für 15 min mit einer Doppelpumpe. Zudem muss man immer extrem viel trinken, damit es funktioniert. Ich mache z.B. ein Sechserpack 1,5l Wasser in 3 Tagen alleine leer. Kein Problem. Und muss auch sein! Zusätzlich noch 3x tgl. Stilltee. Dass man für sowas oft kaum Zeit hat, muss ich wohl nicht erwähnen.

Babys müssen lernen, gestillt zu werden

Zu jeder Mahlzeit und zwischendurch habe ich versucht, Janek zu stillen, denn er war von Anfang an der Kräftigste und hatte auch schon nen guten Zug, das hat man beim Fläschchen geben gemerkt. Sobald ich Jabtynek stillen konnte, wurde es aber dann kompliziert: Es war dann nämlich eine Kombination aus abpumpen, stillen und Fläschchen geben was häufig unglaublich zeitintensiv war und auch teilweise zeitlich gar nicht zusammen passte (ich hatte abgepumpt, so wie es es sollte, und eine Stunde danach sollten die Babys gefüttert werden…. ganz schlechtes Timing…) Doch es hieß für mich weiter durchhalten, denn mein Ziel war es nach wie vor zwei Babys gleichzeitig zu stillen, damit das Füttern zukünftig etwas schneller gehen würde. Es dauerte bei mir etwa 8 Wochen bis alle drei gelernt haben, an der Brust zu trinken. In dieser Zeit habe ich zugegebener Maßen oft daran gedacht, das mit dem Stillen aufzugeben, denn es war wirklich anstrengend und zeitraubend! Doch irgendwann klappte es auf einmal und ich konnte mit der Umsetzung beginnen.

Lernen, zwei Babys gleichzeitig zu stillen

1490602858038Ich bekam einen guten Tipp für ein Stillkissen, das ich mir besorgt habe. Dieses kann man sich umschnallen. Es erinnert irgendwie an einen Schwimmreifen ist aber sehr prakisch für das Stillen von zweien. Ich versuchte mich erst einmal mit dem Kissen anzufreunden und stillte vorerst nur ein Kind um zu üben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten klappte es dann doch echt gut und es war eine enorme Erleichterung für mich! 1490603037386Denn nun konnte ich beim Füttern Zeit sparen und brauchte vor allem nicht mehr abzupumpen. Was brauche ich also zum stillen? Das Stillkissen zum umschnallen, ein normales Stillkissen zum drunterlegen, damit die Kinder nicht zu tief “hängen”, zwei Spucktücher: eins fürs Bäuerchen über die Schulter und eins für das “Kotzloch”. Das habe ich nach kurzer Zeit so getauft, denn es entsteht ein Loch zwischen meinem Bauch und dem Stillkissen, wo die Babys nach dem Trinken leider gerne reinkotzen wenn man sie nicht rechtzeitig zum Bäuerchen hochnimmt…. Also muss ich dort ein Tuch reinstopfen, wenn ich mich nicht jedes mal wieder umziehen will! Bis ich das gelernt habe, hat es einige T-Shirts gebraucht….
Die ersten Tage musste ich nach dem Stillen noch das Fläschchen geben, weil die Babys noch nicht satt wurden. Denn auch hier muss sich die Milchmenge erst wieder anpassen. Ziemlich nervig, das kann man sagen, aber genauso faszinierend wenn man dann beobachten kann, dass es ein paar Tage später auf einmal auch ohne Nachfüttern wieder geht. Genial wie das so funktioniert….

Unser Fütter-Rhythmus

Inzwischen stille ich zu jeder Mahlzeit, die nach wie vor strikt alle 4 Stunden stattfindet, zwei Babys gleichzeitig. Das Dritte bekommt dann die Flasche mit normaler Pre-Nahrung. Das mache ich den Tag über in Rotation, so dass es einigermaßen ausgeglichen ist und jeder mindestens zwei mal gestillt wurde. Der 4 Stunden Rhythmus hat sich bei uns inzwischen super einmdegespielt. Er ist zwar zugegebener Maßen sehr unnatürlich und passt eigentlich auch nicht so gut zum Stillen, aber anders würde es leider kaum funktionieren, außer ich würde in Kauf nehmen, ständig irgendein Baby an der Brust hängen zu haben. Man muss dabei einfach mehr darauf achten, wie viel die Babys eigentlich trinken. Aber selbst dann, kann man es natürlich nie genau wissen, außer man macht eine Wiege-Probe. Davon habe ich allerdings nie was gehalten, denn auch sowas beeinflusst die Milchproduktion: Stress und Druck! Also lege ich die Mäuse einfach nach einer Bäuerchen-Pause noch mal an bis ich denke, dass sie satt sind. Und in den allermeisten Fällen sind sie dann auch 4 Stunden lang zufrieden.

Vor dem Schlafen gehen machen wir allerdings eine Ausnahme, da bekommen sie alle die Flasche denn meistens sind sie so müde, dass sie wahrscheinlich beim Stillen nur einpennen würden und dann gar nicht richtig trinken würden. Und wir wollen ja Nachts möglichst lange Ruhe haben, um an ein bisschen Schlaf zu kommen. Also pumpe ich abends noch einmal ab und habe quasi schon mal das Frühstück für die Mäuse gemacht. Auch gut.

Stillen muss man lieben!

Unterm Stmderich muss ich sagen, liebe ich das Stillen immer noch! Auch wenn es mit mehr als einem Kind nicht mehr ganz so komfortabel ist und ich es mehr als eine Pflicht sehe, als an eine entspannte Kuschelzeit. In der Nacht und im Bett ist es aber einfach praktisch, wenn man nicht erst aufstehen und eine Flasche machen muss. Ich hole mir das Kind ins Bett und bleibe einfach liegen. Besser geht’s doch nicht. In der Öffentlichkeit stillen ist allerdings etwas umständlicher. Ich müsste sie nacheinander anlegen, denn so ein Kissen mitzuschleppen, das wäre dann doch etwas zu aufwändig. Ein Problem habe ich dennoch immer noch: Das Bäuerchen! Wenn ich zwei Kinder stille, müssen auch beide Bäuerchen machen. Das heißt, ich brauche dann doch Hilfe von einer zweiten Person.
Aber das Lächeln, von einem satten glücklichen Baby, nachdem es an der Brust getrunken hat, ist einfach die tollste Belohnung und zeigt mir jedes Mal, dass es sich gelohnt hat durchzuhalten!

Ich komm zu nix mehr

Ja, ich weiß…. es wird sich nun jeder denken „ Das ist doch klar. Es war doch zu erwarten.“ Mag sein, aber dass es doch sooo extrem ist, das hätte ich dann doch nicht erwartet. Vielleicht war es etwas naiv von mir das zu glauben, vielleicht war es auch nur zum eigenen Schutz, unbewusst. Denn hätte ich gewusst, welches Ausmaß es tatsächlich einnimmt, hätte ich mich wahrscheinlich total bekloppt gemacht.
Meinen Tagesablauf habt ihr ja bereits gelesen. Dieser hat sich auch nicht sonderlich verändert. Höchstens in so fern, dass ich noch weniger Zeit habe, mal etwas zu tun was nichts mit den Babys zu tun hat. Denn inzwischen sind die Mäuse ja schon 8 Wochen alt (unglaublich) und schlafen nicht mehr sofort nach dem Trinken ein. Nein, dann bedarf es Zuwendung und zwar für jeden einzelnen. Jeder der schon ein Kind hat wird das wahrscheinlich kennen. Und wenn nicht: Glück gehabt! Ich habe mit Damian bereits die Erfahrung gemacht, dass er ohne meinen Körperkontakt sehr lange Zeit überhaupt nicht einschlafen konnte. Und selbst wenn ich ihn auf meinem Arm hatte, hat er nur sehr schwer in den Schlaf gefunden. Das bahnt sich langsam auch bei den drei Mäusen an. Zum Glück noch nicht so schlimm, aber man kann sie nach dem Trinken und Bäuerchen machen nicht einfach hinlegen. (Wenn dann mal ein Bäuerchen kommt…. Das kann auch schon mal sehr lange dauern! Ich habe bereits eine dicke Verspannung im Schulter Nacken-Bereich vom ständigen Bauern!) So kommt es leider oft, dass selbst die heiligen 1,5 Stunden am Vormittag, die ich gerne nutze um meinen Blog zu schreiben, einfach ausfallen…. Was das mit mir macht?

Ich muss sagen, das macht mich dann doch auf Dauer fertig. Ich glaube, ich halte viel aus. Ich habe mich auch an alles recht gut gewöhnt und bin vor allem sehr anspruchslos mit mir selbst geworden (eine 10 min heiße Dusche ist wie ein Tag Wellness für mich! Leider kann ich mir die viel zu selten gönnen…) aber wenn dann selbst dieses winzige Zeitfenster am Tag wegfällt, dann ist das schon äußerst frustrierend. Man merkt erst jetzt, wie viel Zeit man eigentlich früher hatte! Und wie viel Zeit man früher so verklüngelt hat! Wenn wir jetzt morgens die Babys versorgt haben, dann gehe ich keinen Weg in der Wohnung, ohne ihn nicht zu 100% genutzt zu haben. Nach dem Motto „Okay, ich muss mir einen Stilltee machen: Wasserkocher anmachen, auf dem Weg schon mal die Fläschchen mitnehmen, Tee aufgießen, unseren Kater füttern, Tisch abräumen und auf dem Rückweg auf die Toilette gehen.“ So wird man dann gefühlt gar nicht fertig mit einer Aktion und die Zeit vergeht einfach wie im Flug. Ich denke auch jeden Abend, wenn der Tag sich mal wieder dem Ende neigt (so gegen 22 Uhr) : „Ach mist, jetzt ist der Tag schon wieder vorbei und du hast dies und das und jenes nicht mehr geschafft. Naja, morgen ist ja ein neuer Tag. Ein voller ganzer neuer Tag, an dem wir noch keine „Termine“ haben.“ Ja, das denke ich dann oft. Nur blöd, dass jeder Tag, auch wenn keine „Termine“ anstehen, genau gleich abläuft und man unterm Strich nie mehr Zeit hat, als am Tag davor.

Ich meine, zum Glück gibt es auch mal die eine oder andere Ausnahme. An manchen Tagen schlafen die Babys auch mehr, als an anderen und dann versucht man wieder dieses Zeitfenster möglichst sinnvoll bzw mit den Dingen zu nutzen, die einen glücklich machen. Da wir aber hier immer so viele organisatorische Sachen zu erledigen haben (ich habe das Gefühlt, die Welle der Anträge und Formulare hört niemals auf) kommt man eben selten dazu.

Manchmal wünsche ich mir, man bräuchte keinen Schlaf. Der hat sich inzwischen so wie so schon nur noch auf 4-5 Stunden reduziert. Dann könnte er auch ganz wegfallen. Doch Mittags bin ich dadurch immer so müde, dass ich einfach schlafen muss. Zeit, die ich gerne manchmal anders nutzen würde.

Die ersten Tage als Großfamilie

Jetzt war es endlich so weit. Wir waren zu hause! Auf einmal als Großfamilie und wir freuten uns unheimlich darüber und waren gespannt wie ein Flitzebogen wie der Alltag wohl laufen würde. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir anfangs noch euphorisch die Windeln der drei Wonneproppen wechselten und uns über alle Mahlzeiten des Tages freuten. Eins kann ich jetzt schon vorweg nehmen: Diese Euphorie nimmt im Laufe der ersten Wochen dann doch ziemlich ab. Ich füttere die Mäuse natürlich immer noch gerne und auch wickeln ist kein Problem, doch werden diese Tätigkeiten dann mehr zur Routine, als zu Aktivitäten die man bewusst genießt. Das ist leider so.
Wir haben vom Krankenhaus den Rhythmus übernommen, den sie den Babys dort “antrainiert” haben. Das heißt unser Tagesverlauf sieht jedes mal gleich aus:
7:00 Uhr: Aufstehen! Ob man nun will oder nicht, irgendjemand schreit zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall. Entweder “Maaaaamaaaaaaa,….. Paaaaapaaaaaaa!! Wo bleibt ihr mit den Babys?” oder “Wääääääh!!! Wäääääh” Wääääääääh!!”

mde

Okay, da die Babys bei uns im Schlafzimmer alle nebeneinander in einem Gitterbettchen schlafen, werden sie nun alle umgeladen in den Stubenwagen, den ich liebevoll Partybus taufte. Damit geht es dann rüber ins Kinderzimmer, wo Damian uns bereits empfängt. Nun kommt das erste Akkordwickeln des Tages: Ich knöpfe mir die beiden Mädels auf dem “Mädelswickeltisch” vor: Schlafsack aus, Schlafanzug aus, Body aus, Windel wechseln, einmal auf die Waage, Body an, Tagesklamotten an, Schnuller in den Mund, nächstes Baby das gleiche. Martin hat Janek auf dem “Jungswickeltisch” (Damian hat ihn so getauft, weil es ursprünglich sein Wickeltisch war und er nur Janek erlaubte, auch darauf gewickelt zu werden. Wie praktisch, dass ich mir das auf Grund der Kleidung vorher eh schon so überlegt hatte…) und führt mit ihm die gleiche Prozedur durch. Anschließend ist dann Damian dran… Der nächste Halt vom Partybus ist dann die Küche. Dort werden erst mal alle hungrigen Mäuler gestopft, entweder mit Brot, Milchflasche oder ner Brust. Je nach dem.
08:15 Uhr: Opa kommt. Er unterstützt uns zur Zeit glücklicherweise noch und bringt Damian in die Kita.
9:00/9:30 Uhr: Alle Babys sind satt und schlafen. Frühstück für Mama und Papa, ggf Abpumpen damit die Mädels auch was von der Muttermilch haben (stillen klappt bisher nur bei Janek). Möglichkeit zum Schlafen oder ausruhen nutzen!!
11:00 Uhr: Babys werden langsam unruhig. Es werden die Tabletten vorbereitet und Fläschchen gemacht. Dann wird wieder gewickelt, anschließend gibt es die aufgelöste Tablette und die Flasche. Die ganze Runde ist dann um etwa 13 Uhr wieder satt und schläft. 13:00 Uhr: Abpumpen, Mittagessen für Mama und Papa. Kochen is nich. Keine Zeit, Zeit ist zu kostbar! Zum Glück wurden wir bisher immer von der Familie mit Essen versorgt ❤ eine unglaublich große Hilfe für uns!
14:00 Uhr: Mittagsschlaf. Ich schlafe eigentlich dann immer eine Stunde. Wenn ich das nicht mache, rächt sich das ziemlich heftig am Abend!
15:00 Uhr: Babys werden langsam unruhig. Wir bereiten die Fläschchen vor und fangen das Wickeln gegen 15:30 Uhr an.
16:15 Uhr: Martin muss mich mit den Dreien alleine lassen, weil er Damian aus der KIta abholen muss. Ich davrotiere also mit drei Babys, eins auf der Schulter zum Bäuerchen machen, mit der anderen Hand nem anderen Baby den Schnuller reinstopfen oder Fläschchen geben, das dritte Baby schreit oder schläft. Eins von beiden. Ich versuche cool zu bleiben. Klappt nicht imm
er. Mir sitzt die Zeit im Nacken, ich muss abpumpen! Irgendwann sind alle Kinder versorgt und zufrieden. Ich hole die Doppelpumpe raus, in jeder Hand eine Abpumpflasche und fange an. Alle Babys schreien. Kacke. Ich versuche die zwei Pumpflaschen irgendwie mit Hilfe von meinem Knie auf eine Hand umzuladen um wieder irgendwelche Schnuller in kleine Mündchen stecken zu können.
Klappt mehr schlecht als recht. Bevor ich total durchdrehe kommt Martin mit Damian nach hause. Endlich wieder zwei Hände mehr die mir helfen können.
17:00 Uhr: Babys schlafen (meistens). Zeit für Damian. Eine Stunde lang spielen bis 18 Uhr
18:00 Uhr: Abendbrot für Damian, Mama und Papa
18:30 Uhr: Damian ins Bett bringen, Geschichte vorlesen, kuscheln, etc.
19:00 Uhr: Damian ist im Bett, Babys werden langsam unruhig. Wir machen schon mal die Fläschchen fertig.
19:30 Uhr: Babys werden gewickelt, umgezogen und gefüttertmde
21:00 Uhr: Feierabend. Abpumpen. Babys verarbeiten den Tag und weinen. Körperkontakt muss nun zwingend her. Verteile drei Babys auf zwei Personen. Improvisation ist gefragt.

22:00 Uhr: Schlafen!!!! (Wenn möglich)
23:30 Uhr: wach werden…… Wach werden!! Babys wickeln, füttern und in die Schlafsäcke legen.
01:00 Uhr: Abpumpen
01:30 Uhr: Ins Bett gehen, schlafen. Eine der drei Mäuse (meistens Lara) wird mit in unser Bett genommen, weil sie nicht zur Ruhe kommt.
02:00 Uhr: Schnuller reinstecken
02:02 Uhr: Schnuller reinstecken
02:04 Uhr: Schnuller reinstecken
02:06 Uhr: Schnuller reinstecken
02:10 Uhr: Zweites Baby wird auch mit ins Bett genommen
02:15 Uhr: Schlafen
03:30 Uhr: Der Wecker klingelt, wir müssen wach werden. Klappt leider auch nicht immer so gut. Ich schaue in das Bettchen neben mir und sehe: Drei friedlich schlafende Babys. Ich frage mich, wer zur Hölle so wahnsinnig sein kann, sie mutwillig wecken zu wollen um ihnen eine Flasche in den Mund zu stecken. Ich tue es trotzdem. Nehme ein Baby auf den Arm. Es schläft. Ich wickle es um es wach zu machen. Nun ist es wach und schaut mich an, als hätte ich einen Knall. Ich kann ihm nur Recht geben und biete trotzdem die Flasche an. Als Antwort schläft das Baby beim Trinken wieder ein. Ich fast auch. Ich verstehe die Müdigkeit nur zu gut und ärgere mich über diese “Sinnlosigkeit” mitten in der Nacht, nach nicht mal zwei Stunden Schlaf….
(Natürlich ist es nicht sinnlos, das ist uns unter anderen Umständen auch bewusst. Die Mäuse müssen eben an Gewicht zulegen und brachen anfangs eben noch jede Mahlzeit, auch wenn sie eigentlich weiterschlafen würden!)
04:30 Uhr: Abpumpen
05:00 Uhr: Schlafen
07:00 Uhr: Siehe oben………

Ich muss sagen, so sieht wirklich jeder Tag aus. Mal mit mehr Schwierigkeiten, mal mit weniger. Wir mussten aber erst ein paar Tage Erfahrung sammeln, damit es am Ende so getaktet funktioniert und wir haben am Anfang an jedem Tag dazugelernt. Am ersten Abend z.B. haben wir den gröbsten Fehler begannen, den man machen kann: Wir haben nicht vorgeschlafen! Ich kann wirklich nur jedem empfehlen: Macht den Fehler nicht! Schlaft, wann ihr nur könnt! Die Babys haben die Macht, sie entscheiden knallhart, wann ihr eure paar Stunden (denn mehr ist es ohnehin nicht) an Schlaf bekommt. Am allerersten Tag mit den Babys zu hause waren wir ja noch voller Energie und hatten noch kein Schlafdefizit. Somit blieben wir dann auch einfach mal bis zur 23.30 Uhr Mahlzeit wach, bis mir dann irgendwann mal aufgefallen ist, was das nun zur Folge hatte. Wir hatten noch nicht verinnerlicht, dass jede Fütterrunde etwa 1 1/2 Stunden dauert und wir deswegen nicht vor 01:00 ins Bett kämen. Dann fiel mir auch ein, dass die nächste Essensrunde ja schon wieder um 03:30 Uhr beginnt und auch wieder so lange dauern würde. Leider war es zu dem Zeitpunkt dann schon zu spät. In dieser Nacht bekamen wir also nur 4,5 Stunden Schlaf und das aufgeteilt in zwei Etappen. Ich kann nur von dem heutigen Zeitpunkt sagen: 4 Stunden Schlaf am Stück sind Luxus! 4 Stunden Schlaf verteilt auf 2 x 2 Stunden sind Horror…. Der nächste Tag war also Katastrophe. Weil wir also schon am ersten Tag dermaßen übermüdet waren, zog sich das wie ein Rattenschwanz über die folgenden Tage hinweg und dauerte lange, bis der Schlaf wieder ansatzweise nachgeholt wurde. Ich war dazu ja ohnehin noch immer sehr müde von den Strapazen der Geburt, so dass ich sowieso viel mehr Ruhe benötigte. Seit dem schlafen wir immer, wenn es nur möglich ist und am Abend schon mal vor.

Inzwischen ist es aber schon wieder ein kleines bisschen anders. Zum einen wiegen wir nicht mehr jeden Tag, weil Janek nun schon die 3kg Grenze geknackt hat (jeeey!) und die Mädels auch auf einem guten Weg dorthin sind. Wir wiegen sie nur noch alle paar Tage. Und zum anderen können wir auf die 3:30 Uhr Mahlzeit verzichten (was für ein Segen!), vorausgesetzt, die Babys wachen nicht von selbst auf und fordern diese ein. Im Moment dürfen wir häufiger weiterschlafen, als dass sie sich melden, das ist wirklich großartig!

Im Krankenhaus mit den Babys

Am Tag nach der Geburt war ich immer noch im Kreißsaal. Am Morgen fühlte ich mich schon ein kleines bisschen besser. “Gut” wäre übertrieben, aber nicht mehr so schwach, dass ich kaum hätte reden können. Bald schon kamen die Ärzte um nach mir zu sehen. Ich muss wohl immer noch sehr schlimm ausgesehen haben, jedenfalls gefiel ihnen mein Anblick noch nicht so. Nachdem sie erneut schmerzhaft auf meinem Bauch rumdrücken mussten, wurde mir der Ballon entfernt, Blut abgenommen und mir noch einmal ein Medikament per Infusion einfließen lassen, welches die Gebärmutter zusammen ziehen lassen sollte. Die Ärzte waren erst mal zufrieden, dass sich die Menge an Blut, die noch ausgetreten ist, in Grenzen hielt. Somit konnte ich nun wieder auf die Station verlegt werden. Doch vorher durfte ich noch mal zu unseren Kindern und wurde wieder im Bett auf die Kinder Intensivstation geschoben. Es war wieder wie Balsam für die Seele und wieder hatte ich das Gefühl, dass es mir direkt besser ging, als ich die kleinen Mäuse so nah an meinem Körper spürte. Ein warmes Gefühl, das den Körper durchströmt und alle Schmerzen vergessen lässt.
Den Rest des Tages verbrachte ich noch mit Ausruhen und am Nachmittag versuchte ich dann das erste mal mit Hilfe der Schwestern aufzustehen. Ich muss sagen, das haben sie echt toll hinbekommen. Sie haben mich so sehr motiviert und mir richtig gut geholfen, dass ich es sogar schaffte aus dem Bett zu kommen. Bei meinem ersten Kaiserschnitt (der vergleichsweise echt n Klacks war, weil halt alles normal verlief), brauchte ich ganze 3 Tage um aus dem Bett zu kommen! Die Schwestern dort haben sich halt nicht so viel Mühe und Zeit für mich genommen und das weiß ich echt zu schätzen. Denn somit war ich diesmal viel schneller mobiler (wobei ich alleine noch überhaupt nichts konnte, und Laufen war auch übertrieben gesagt. Es reichte grad um vom Bett aufzustehen und mich auf einen Stuhl neben dem Bett zu setzen) aber trotzdem war es schon ein Tag später möglich, dass ich im Rollstuhl zu den Kindern geschoben werden konnte. Die Schwestern hatten es auch nicht leicht mit mir. Sie sagten mir immer, dass ich mich rechtzeitig melden soll, wenn mir schwindelig wird, denn sie könnten es anhand meiner Gesichtsfarbe nicht selbst erkennen, so wie sie es bei anderen Patienten können. Ich war wohl von Anfang an so bleich, dass es blasser kaum ginge. Sie scherzten auch mit mir, ich solle mich mal an die weiße Wand stellen, dann würde man nur noch meine Augen sehen, aber genau diese Art von Humor half mir sehr dabei, dass es mir immer etwas besser ging. Vor allem vom Kopf her, denn natürlich bekam ich so langsam auch noch die Hormone zu spüren, was man ja von jeder Geburt kennt. Jedenfalls ging es mir nun jeden Tag ein bisschen besser, leider entwickelte sich auch noch eidav
ne Thrombose in meinem linken Arm, was mich dann noch zusätzlich belastete. Meine linke Hand und der Arm waren enorm geschwollen und ich musste einen stramm gewickelten Verband um den ganzen Ardavm tragen, der mich natürlich bei allem möglichen behinderte und einfach nervte. Zum Glück war das mit der Thrombose aber wohl nicht so dramatisch.

Unsere drei Babys machten auch jeden Tag Fortschritte! Und das war so schön zu beobachten! Am zweiten Tag nach dem Kaiserschnitt wurde am Nachmittag bei Janek schon die Atemhilfe
entfernt! Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, weil sie immer sagten, er brauche noch ein Weilchen. Doch dann ging es doch so schnell, das war wunderbar. Dann kam die Nachricht, dass Mina schon 20 ml aus der Flasche getrunken hat. Das hat uns ebenso überrascht, denn sie war ja immer die kleinste, doch scheinbar räumte sie das Feld von hinten auf, denn ihre Werte waren durchweg immer super und dann noch das mit dem Trinken. Wir waren begeistert. An einem Tag erzählte mir eine der Schwestern, die u.a. für Mina zuständig war, dass Mina sich einmal komplett im Inkubator im Kreis gedreht hätte! Sie sagte, sie hätte auf einmal nur so ein dumpfes Klopfen gehört und dann gesehen, dass sie mit ihren Füßchen an die Scheibe klopfte. Sie sagte, sowas hätte sie auch noch nie erlebt…. Ich war irgendwie total stolz und mir fiel direkt der Tag ein, als Mina ihren Umzug in meinem Bauch durchgezogen hat. Viele der Dinge, die ich schon in der Schwangerschaft beobachtet habe, konnte ich auch jetzt wieder beobachten. Z.B. war Lara in meinem Bauch immer extrem schreckhaft. Wenn ich nur mal ein Magengrummeln hatte, zuckte sie zusammen. Das war schon ziemlich witzig und ich musste oft darüber lachen, bei welchen Geräuschen sie zusammenzuckt. Als ich sie schließlich auf meinem Arm hatte, eingekuschelt in Handtücher und auf dem Flur jemand mal ein “lautes” Geräusch machte, zuckte sie wieder zusammen! Das waren so Momente in denen mir bewusste wurde, dass die Babys tatsächlich die gleichen Babys waren, die ich in meinem Bauch umherschaukelte. Manchmal konnte ich es einfach nicht so recht glauben. Auch die Tritte und Bewegungen im Bauch, die plötzlich nicht mehr da waren, vermisste ich häufig, wenn ich auf meinen Bauch schaute, der nur noch vor sich hin wabbelte…bty Doch als ich die Mäuse auf dem Arm hielt und sie mir dann diese kleinen “Zeichen” gaben, war ich einfach nur noch stolz und glücklich, dass sie genauso wunderbar, wie ich sie in meinem Bauch wahrgenommen habe, nun auch draußen sind.
Während ich also immer weiter das Laufen trainierte, versuchte meinen Kreislauf wieder in Schwung zu bekommen, meine Milchbar mit Hilfe einer Pumpe eröffnete, versuchte meine Blutmenge wieder zu erhöhen (mit Hilfe von einer Eiseninfusion, viel Trinken und Ausruhen), trainierten unsere Babys das Trinken aus der Flasche, die Körpertemperatur zu halten und eine stabile Atmung. Wir hatten also alle vier noch viel zu tun in der Klinik. Doch bereits nach 4 Tagen sind sie schon von der Intensivstation auf die Frühchenstation umgezogen. Das war an Heiligabend. Ich weiß, dass ich mir kein schöneres Geschenk hätte vorstellen können denn es hieß, die Frühchenstation sei quasi der erste Schritt nach Hause! Das hat uns so glücklich gemacht. Mina und Janek hatten sogar schon keine Magensonden mehr. Wieder ein kleiner Schritt nach hause… Ab dem Zeitpunkt war ich schon so optimistisch was die drei Mäuse anging, dass ich schon das Gefühl hatte, selbst Gas geben zu müssen, damit ich genauso schnell Fit werde und auch bald nach hause kann. An jedem Tag, wenn ich sie nun besuchte, gab es Neuigkeiten und einen weiteren Fortschritt. Das war so schön und hat mich so sehr aufgemuntert. So konnte ich es immer kaum erwarten die kleinen zu besuchen um zu sehen, was es nun heute wieder neues gibt. Schon nach 6 Tagen lagen alle drei Mäuse zusammen in einem Wärmebettchen! davDas war ein wunderbarer Tag, denn endlich durften sie sich auch gegenseitig wieder spüren. Ich bin der festen
Überzeugung, dass es davden dreien gut tut, wenn sie zusammen in einem Bettchen liegen dürfen. Immerhin hatten sie sich auch schon 8 Monate gegenseitig und waren sich ganz nah. Außerdem sieht es einfach zuckersüß aus! 🙂

Zu mir sagten die Ärzte bei der Visite zuletzt, dass sie mich Heiligabend auf jeden Fall noch hier behalten wollen und am ersten Weihnachtstag am liebsten auch noch. Dann würde im besten Fall die Abschlussuntersuchung stattfinden und wenn alles gut geht, könnte ich dann selbst entscheiden, wann ich nach hause möchte. Meine Abschlussuntersuchung ist glücklicherweise positiv verlaufen und es entwickelte sich bei mir wohl endlich alles so, wie es sein sollte. Die Ärzte sagten mir also am Sonntag Nachmittag, dass ich ab Morgen nach hause könnte. Da mir das etwas zu spontan war, entschied ich mich dafür noch einen Tag länger zu bleiben. Also bis genau 7 Tage nach dem Kaiserschnitt. Als ich am Dienstag also das letzte mal vor meiner Entlassung zu den Babys ging, kam die schönste Nachricht die ich mir hätte vorstellen können. Ich wurde auf der Station direkt von einer Ärztin abgefangen. Sie sagte “Frau H., Ihre Kinder entwickeln sich wirklich sehr gut! Wir rechnen damit, wenn alles so gut weiterläuft, dass sie zumindest Mina und Janek bereits am Freitag mit nach hause nehmen können. Wäre das eine Option für Sie, erst mal nur zwei mitzunehmen?” Da ich mich bereits mit dem Gedanken auseinandergesetzt habe und mich schon mit Martin besprochen habe, wie wir uns entscheiden würden, war meine Antwort direkt klar. “Ja, ja….! Na, auf jeden Fall!” jubelte ich. Wir fanden es natürlich nicht optimal, nur zwei von drei Kindern mitzunehmen. Im ersten Moment war es auch ein wenig befremdlich, aber dann dachten wir, es wäre vielleicht erst mal nicht schlecht, mit “nur” zwei Neugeborenen plus Kleinkind zu hause anzufangen und klarzukommen. Ich war nach dieser Nachricht so euphorisch und glücklich! Jetzt konnte ich erst mal in Ruhe nach hause kommen, dort “die Lage checken”, ankommen und dann ein paar Tage später würden wir die Babys empfangen. Noch in diesem Jahr! Noch vor Silvester! Das erste Silvester mit den Babys. Diese Vorstellungen waren so schön!
Als ich also an dem Tag nach hause durfte und das erste mal nach über einem Monat wieder draußen und an der frischen Luft war, fühlte sich das ganz komisch an. Alles draußen war so fremd, so weit, so groß. Es machte mir fast etwas Angst. Dass ich mich so sehr an ein Gebäude gewöhnt habe, hätte ich nicht gedacht. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, dass ich gerne im Krankenhaus bin oder geblieben wäre, ganz und gar nicht. Doch es war eine Art kleiner Realitäts-Schock den ich dort draußen nach so langer Zeit erlitten habe. Zu hause angekommen war es nicht viel anders. Ich war in meinen eigenen vier Wänden. Doch ich erkannte unsere Wohnung kaum wieder. Sie sah genauso aus, wie ich sie verlassen habe, und trotzdem war sie mir auf einmal so fremd. Auch Damian hatte sich in der Zeit so verändert. All das, machte mir etwas Angst und es machte mich auch etwas traurig. Ich war gefühlt komplett aus dem Familienleben raus. Damian war älter und selbstständiger, als noch vor einem Monat. Ich erkannte ihn teilweise kaum wieder. Ich brauchte wirklich einige Tage um mich wieder zu hause einzuleben und zurechtzufinden.
Als wir am Mittwoch im Krankenhaus waren um die Babys zu besuchen, wartete auch schon wieder die nächste Überraschung auf uns. Nun hieß es, dass wir vielleicht sogar schon alle drei Babys am Freitag mit nach hause nehmen können, denn auch Lara trinke wohl inzwischen, ohne die Sonde zu benötigen! Wow! Das wird ja immer besser! Was für super Nachrichten! Wieder einmal hätten wir damit nicht gerechnet und waren sehr glücklich. Vor allem bemerkten wir, dass es sich als ziemlich aufwändig gestaltete, ins Krankenhaus zu fahren. Denn zu der Frühchenstation dürfen nur die Eltern, sonst niemand. Also auch nicht der große Bruder Damian. Wir mussten uns also immer um einen Babysitter kümmern, weil in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr auch noch die Kita geschlossen war. Wenn wir jetzt auch noch zwei von drei Babys zu hause gehabt hätten, wäre es alles noch komplizierter geworden: Wer bleibt zu hause? Wer fährt zu Lara ins Krankenhaus? Wer unterstützt den jenigen der mit den zwei Babys und Damian zu hause ist? Wann ist die beste Zeit um ins Krankenhaus zu fahren? Wir waren also ziemlich erleichtert, dass auf einmal die Option besteht, alle drei gleichzeitig mit nach hause zu nehmen. Um die Spannung auch auf jeden Fall noch weiter aufrecht zu erhalten und uns das Planen und Organisieren so schwer wie möglich zu machen, konnten selbst am Donnerstag die Ärzte noch nicht zu 100% sagen, ob nun alle nach hause dürfen. Wir einigten uns also darauf, dass wir am Freitag direkt morgens anrufen und nachfragen würden, wie nun der Stand ist.
Endlich war Freitag. Da wir leider bisher noch kein großes Auto (wir benötigen ja nun einen 6-Sitzer) gekauft hatten, mussten wir mit zwei Autos zum Krankenhaus fahren. Zum Glück half uns unsere Familie dabei. Morgens der Anruf im Krankenhaus. Ich war aufgeregt. “Ja, Sie können heute alle drei mit nach hause nehmen!” “Oh wie toll!!!!” Platze es nur aus mir heraus. Familie informiert und los ging es auch schon. Im Krankenhaus noch mal alle drei versorgt, umgezogen und in die Maxicosis geladen (die durch sie wirklich riiiieeesig wirkten!!!). 3 Stunden vorbei. Wow, das dauert! Wir drehten noch mal ne Runde in der Klinik, denn irgendwie war es ja auch ein richtiger Abschied für mich. Immerhin war ich nun 5 Wochen in der Klinik. Da hat man schon den einen oder anderen irgendwie lieb gewonnen und so wurde sich auch teilweise mit Umarmung verabschiedet. Es kam mir sehr familiär vor und so ziemlich jeder im Krankenhaus kannte mich ja auch nun. Dann ging es endlich nach hause.img_20161230_174834_588

Die Geburt

Nun war er da: Der Tag des Kaiserschnitts! Ich schlief diese Nacht schlecht, wobei sich das erst mal von keiner anderen Nacht unterschied. Ich war natürlich auch vor dem Wecker wach. um 6:30 Uhr sollte er klingeln. Endlich tat er das auch. Schnell noch mal frisch machen, das Gesicht waschen und dann ging es auch schon rein in das schicke Krankenhausnachthemdchen.img_0459 Um 7:00 Uhr sollte ich bereits zum Kreißsaal geschoben werden. Es war 7:10 Uhr. Ich war nervös. Dann kam die Schwester und es ging los in Richtung Kreißsaal. Dort angekommen sollte dann noch einmal ein CTG geschrieben werden. Die Hebammen kannten mich natürlich alle schon und gaben wie immer ihr bestes um die drei Herzchen möglichst schnell zu finden. Und es gelang ihnen auch diesmal wieder recht gut, so dass ich noch mal etwa 20 Minuten lang im Bett “entspannen” durfte. Doch langsam wurde bei mir die Angst immer größer. Ich muss sagen, ich kann so etwas wirklich nicht gut ertragen. OP’s, lokale Betäubungen und das alles. Klar, niemand mag das wahrscheinlich. Aber ich finde es wirklich schrecklich und wäre definitiv auch niemals ein Kandidat für einen geplanten Kaiserschnitt gewesen, wenn er nicht zwingend notwendig wäre, so wie in meinem Fall. Hinzu kam bei meiner Angst noch, dass es ja leider schon mein zweiter ist, denn Damian wollte ich spontan entbinden, bis es leider irgendwann nicht mehr weiterging und dann ein Kaiserschnitt durchgeführt werden musste. Ich wusste also schon in etwa, was auf mich zu kommt. Und manchmal ist das wirklich nicht von Vorteil. Auch hatte ich diesmal Angst vor der PDA, denn jetzt hatte ich ja keine Wehen die mich komplett von der Geschichte ablenken würden, die sich da an meinem Rücken abspielte. Ich würde bei vollem Bewusstsein sein, das machte mir Sorgen. Dann war das CTG fertig geschrieben. Die Hebammen sagten nur “Ja, das reicht jetzt, alles gut, wir müssen jetzt langsam rüber….” Ab dem Zeitpunkt stieg bei mir die Nervosität noch mal stark an. Ich wurde umgeladen auf den harten OP Tisch und sollte mich als erstes hinsetzen, damit die PDA gesetzt werden konnte. Für meinen Geschmack verlief alles ab diesem Zeitpunkt etwas zu schnell. Das verstärkte mein Gefühl der Kontrolllosigkeit noch einmal, denn überall wurde bereits an mir rumgefummelt und von allem Seiten irgendwas gesagt was ich machen soll. Ich versuchte alles möglichst gut umzusetzen. Leider durfte mein Mann nicht dabei sein, er würde erst kurz vor Beginn des Kaiserschnitts dazu gerufen werden. Ich machte einen runden Rücken und drückte mein Kinn Richtung Brust. Ich war sehr froh, dass eine der Hebammen die ich ja schon seit einiger Zeit kannte, die ganze Zeit an meiner Seite war und meine Hand hielt als sie merkte, dass ich ziemlichen Schiss hatte. Die Betäubung am Rücken war nun gesetzt, jetzt würde die Nadel mit der Kanüle gesetzt werden. Keine Wehen die mich ablenkten. Keine anderen Reize. Pure Konzentration auf den Rücken. “AAH” schrie ich kurz auf. Die Ärzte stoppten “Wo haben Sie etwas gemerkt?” “Links” antwortete ich extrem verunsichert und ängstlich. “Okay, wir setzen noch mal neu an” “AAAH!!” “Wo haben Sie nun was gemerkt?” “Rechts!!” antwortete ich und war etwas sauer darüber warum sie mich denn jetzt noch so unnötig verängstigen müssen. “Ja, manchmal muss man sich ein bisschen an die richtige Stelle herantasten” sagte der Arzt nur. Ich erwiderte nichts, ich war zu sehr mit mir selbst und der Situation beschäftigt. Auf einmal sagte er “So, jetzt sitzt sie. Bitte legen Sie sich jetzt hin. Einfach nach hinten fallen lassen, wir helfen Ihnen.” “Ja ne, is klar” Dachte ich nur “Mit diesem riesigen Bauch kann ich mich nicht einfach nach hinten fallen lassen, ich kann eigentlich gar nichts mehr.” Zum Glück sah das die Hebamme auch so und half mir mich hinzulegen. Dann setzten die Ärzte wieder ihren Speed-Gang ein und ein Zugang nach dem anderen wurde mir in Rekordzeit verpasst. EKG und Puls wurde festgehalten und alle möglichen Leuten beugten sich nacheinander über mich und stellten sich vor. Ich fing an zu zittern. Und zwar wie verrückt. Mein gesamter Oberkörper schlotterte so sehr, dass mich die Ärzte fragten ob mir so kalt sei. Ich sagte immer nur, dass das meine Anspannung sei, ich hätte ziemlich Angst. Trotzdem bekam ich dann noch eine Decke über die Brust gelegt, scheinbar dachten sie trotzdem mir sei kalt. Meine Beine fühlten sich inzwischen sehr warm an. Aber ansonsten hatte ich das Gefühl, dass alles wie immer ist. Ein Arzt sagte zu mir, dass er schon mal den Katheter setzen würde. Ich war etwas verärgert dass es das jetzt schon tun wollte, denn taub fühlte ich mich noch nicht. Ich merkte dass etwas passierte, aber weh tat es mir nicht. Da war ich etwas beruhigt. Irgendwann erkannte ich die Stimme von dem Chefarzt. Ich wusste, jetzt würde es nicht mehr lange dauern. Dann bemerkte ich auch schon meinen Mann an meiner linken Seite. Ich freute mich sehr. Aber jetzt würde es losgehen, das war mir klar. Mein Bauch wurde mit irgendeinem Zeugs eingepinselt. Ich sagte zu meinem Mann, dass ich das spüren kann! Wieder Verunsicherung, denn wenn ich so ein Watteding an meinem Bauch spüren kann, dann würde ich doch auch alles andere spüren, oder nicht? Ich äußerte meine Ängste bei einem Arzt und er erklärte mir, dass ich auch während des Kaiserschnitt viel merken werde, aber eben keinen Schmerz. Dann begann der Test mit Hilfe eines Desinfektionssprays. Wenn ich das an meinem Bauch nicht spüre, würde ich auch keinen Schmerz mehr spüren. Da aber bereits ein Tuch vor meinem Gesicht hing, musste ich dem Arzt blind vertrauen dass er auch auf meinen Bauch sprühte. Das war als Beruhigung jetzt nicht so optimal. Aber so machten sie das wohl immer. Dann ging es los.
Ich merke plötzlich extrem viel Bewegung und Geruckel an meinem Bauch. Das war der Moment, wo mein Mann mich unbedingt ablenken musste, was er auch sehr gut geschafft hat. Ich wollte nichts hören. Keine Geräusche von der OP wahrnehmen. Mir reichte das, was ich spürte. Das waren zwar keine Schmerzen, aber es fühlte sich so an, als würden die Ärzte meinen Bauch einmal komplett von innen umrühren. Ich empfand es als sehr brutal und hatte wirklich große Angst. Doch dann hörte ich den Arzt sagen “Na guten Morgen!” In dem Moment wusste ich, dass das erste KInd geboren wird und einen Moment später verringerte sich das Gewicht in meinem Bauch bereits. Dann hörte ich einen zarten Schrei. Überwältigt von diesem Moment schaute ich verzweifelt entlang der Kanten von dem Tuch in der Hoffnung, irgendwo unser erstes Kind sehen zu können. Sekunden Später sah ich sie, eingwickelt in einem Tuch, ganz nah bei uns. Wunderschön. Rosig, und einfach perfekt. Uns kamen die Tränen. Die Ärzte brachten sie erst mal weg, doch dann spürte ich wieder dieses unglaubliche Gewurschtel in meinem Bauch und ein weiteres mal verringerte sich das Gewicht. Dann hörten wir auch schon den nächsten Schrei! Und wieder waren wir bereits davon überwältigt. Ich hatte das Gefühl, so viel Glück auf einmal noch nie zuvor gespürt zu haben und wusste gar nicht wohin mit meinen Emotionen. Auch diesmal zeigten sie uns unser Glück direkt aus nächster Nähe, eingwickelt in einem Handtuch. Unglaublich. Zwei Kinder waren bereits da. Dann der letzte Schrei und Drucknachlass in meinem Bauch. Das letzte Kind war auch da und machte sich mit einem zarten Schrei bemerkbar. Wir waren überglücklich. Wir hatten unsere drei Kinder geboren, wir haben es geschafft. Vor etwa 8 Monaten wussten wir, dass unsere Familie größer werden wird und fingen an, alles für diese spannende Zeit vorzubereiten. Es zu realisieren, sich zu freuen, das Nest zu bauen. Jetzt war es so weit. Sie waren tatsächlich da! Unsere drei Kinder! Um 08:24 Uhr, 08:25 Uhr und 08:26 Uhr wurden sie am 20.12.2016 geboren. Es war Liebe auf den ersten Blick.
Während mein Mann nun schon mal rüber durfte und nach den Kindern sehen konnte, wurde bei mir ja noch alles vernäht usw. Da ich dabei wohl viele jammernde und stöhnende Geräusche machte, fragte mich der Anästesist ob ich etwas zur Beruhigung haben möchte. Ich antwortete mit ja, denn ich empfand es als extrem unangenehm, zudem war ich ja auch noch alleine, ohne meinen Mann. Kurze Zeit später kam der Kinderarzt mit dem Inkubator zu mir und zeigte mir meinen Sohn noch mal aus nächster Nähe. Er erklärte mir, dass er sich mit dem Atmen noch etwas schwer tue und deswegen momentan noch eine Atemhilfe benötige. Ich war fasziniert von seinem Anblick, so etwas kleines zu sehen. Ich erkundigte mich nach den beiden Mädchen doch der Arzt sagte, dass es den beiden super gehe und sie schon beim ersten Check seien. Ich war überglücklich.
Kurze Zeit später war ich dann auch fertig und wurde aus dem OP geschoben.img_0464 Erst mal waren wir dann im Kreißsaal zur Überwachung. Dort war ich permanent am Blutdruckmessgerät angeschlossen und konnte mich ein wenig ausruhen. Und endlich Wasser trinken! Ich hatte so einen enormen Durst, weil ich ja nüchtern sein musste an dem Morgen. Nachdem mich mein Mann über seinen Wissensstand der Kinder informierte, dass sie alle Tests mit 10/10 Punkten bestanden hätten, nur Janek ein bisschen Starthilfe brauchte, merkte ich langsam, das irgendetwas nicht stimmt…. Ich wusste nur nicht genau was… Ich fühlte mich müde. Ich dachte, ich müsste mich ein wenig ausruhen, dann würde es schon gehen. Als aber kurze Zeit später eine Hebamme total euphorisch den Raum betrat und stolz die Gewichte der Drei verkündete, dachte ich nur “Wieso macht sie das denn jetzt? Ich bin doch noch so müde, ich brauche meine Ruhe, ich kann das grad nicht aufnehmen.” Im nächsten Moment dachte ich dann, wie egoistisch das von mir ist und dass ich mich doch eigentlich über diese Info riesig freuen müsste. Doch als sie die Gewichte verkündete merkte ich, dass ich mit den Zahlen gar nichts anfangen konnte. Es waren irgendwelche Zahlen. Ich konnte sie mir weder merken, noch konnte ich mir irgendetwas darunter vorstellen. Als sie den Raum verließ, wollte mir mein Mann stolz ein Video zeigen, welches er extra für mich gedreht hatte, von den Kindern, die im Nebenraum versorgt wurden während ich noch zugenäht wurde. Ich nahm sein Handy und schaute. Es waren nur bewegte Bilder. Ich hatte langsam Schwierigkeiten richtig zu verstehen, was im Film passierte. Und als ich irgendwann merkte, dass mein Arm zu schwach wurde um das Smartphone zu halten wusste ich, etwas ist ganz und gar nicht in Ordnung. Ich gab Martin das Handy mit den Worten “Das ist mir leider grad zu anstrengend, nimm bitte wieder” und einen Moment später sagte ich dann, dass es mir irgendwie nicht gut geht. Mein Mann warf einen Blick auf den Monitor mit meinem Blutdruck. Irgendwas von 90 zu 50 stand wohl darauf und er klingelte direkt. Dann kam ein Arzt der für meinen Kreislauf zuständig war und spritzte mir direkt etwas durch meinen Zugang was den Kreislauf wieder etwas anhob. Kurz danach kamen eine Hebamme und die Oberärztin in den Raum und schauten unter meine Decke. Ich kann nicht mehr genau sagen, was sie daraufhin sagten und ich kann auch nicht mehr genau nachvollziehen wie sich die nächsten Momente abspielten, auf jeden Fall haben sie nicht lange gefackelt, die Unterlage gewechselt und mir auf meinen Bauch gedrückt was mir höllische Schmerzen bereitete. Dann ging alles wahnsinnig schnell. Auf einmal stand der Chefarzt im Raum und lies sich auf den neusten Stand bringen und sagte anschließend “Okay, dann müssen wir jetzt eine Ausschabung machen” Ich fragte ihn nur, wie das betäubt werden würde. Er sagte “Wir machen eine kurze Narkose”. Da dachte ich dann schon. “Oh krass.” Aber auf der anderen Seite war mir alles schon ein bisschen scheißegal geworden. Ich fühlte mich schon ziemlich benebelt. Dann ging es alles sehr schnell: Ich wurde aus dem Raum geschoben, eine Hebamme hatte die ganze Zeit eine Hand an meinem Bauch um meine Gebärmutter zu halten, was mir weiterhin große Schmerzen bereitete. Als wir im Flur vor dem OP standen wurde ich dann vom Bett wieder auf diese OP-Bare geschoben. Ich schaute kurz nach links zu meinem Bett und sah recht viel Blut überall. Ich bekam etwas Panik. Alles ging so schnell dass ich kaum mit kam. Eine Ärztin rief plötzlich über den Flur “Bitte gehen Sie zur Seite, wir müssen hier durch! Bitte Platz machen!!! Wir müssen sofort in den OP!!” Mir war selbst in dem Moment noch nicht bewusst, dass ich dabei gemeint war und dass ich der Notfall bin, der hier durch muss. Ich dachte, wir würden hier den Weg versperren und ich stehe im Weg herum. Dann war ich aber schon in einem Vorraum vom OP. Meine Augen konnte ich schon nicht mehr offen halten, ich hörte nur noch die Stimmen:
Ärztin: “Die OPs sind alle belegt!”
Chefarzt: “Dann machen wir das eben hier in dem Vorraum”
Ärztin: “Da hinten wird der Raum gleich frei, 2 Minuten! Sollen wir warten?”
Chefarzt: “Wenn es wirklich nur 2 Minuten sind, dann warten wir. Wir machen dann schon mal die Narkose”
Anästhesist: “So, Frau H. jetzt bitte zwei mal tief einatmen….. super! Jetzt schmeckt es etwas unangenehm,….. ja genau…….”

“Frau H.?…… Frau H. öffnen Sie bitte einmal die Augen… einmal richtig aufmachen bitte…”
Mein erster Gedanke: “Boar, ich hab lange nicht mehr so tief geschlafen”
Danach musste ich erst mal realisieren was eigentlich passiert ist und dass ich nun aus einer Narkose aufwache.. Ich nahm immer wieder Stimmen wahr. Mal von den Ärzten, mal von anderen Personen in dem Raum, dann hörte ich auch meinen Mann und auch meine Mutter war inzwischen zum Krankenhaus gekommen. Ich wurde mit Sauerstoff versorgt und hatte unzählige Zugänge und Schläuche an meinen Armen über die ich alle möglichen Medikamente bekam. Mir war kalt. Eisig kalt! Ich schlotterte am ganzen Körper! Und ich hatte Durst! So einen riesen Durst dass ich es kaum aushalten konnte. Leider bekam ich dann immer nur so ein komisches Spray in den Mund gesprüht, was die Schleimhäute wohl befeuchten soll und dann das Durstgefühl mildern soll. Ich fand es irgendwann nur noch schrecklich und hätte alles für einen Becher Wasser getan. Plötzlich merkte ich eine Wärmewelle, die durch meinen linken Arm fuhr. Nach und nach, von der Hand angefangen bis zu den Schultern, wurde der eiskalte Arm wieder mit Wärme durchströhmt. Ich fand das Gefühlt erst angenehm, dann aber auch irgendwie ekelig… Ich blinzelte und sah, dass grad eine Bluttransfusion durch den Zugang lief. Das erklärte mir dann einiges und ich versuchte mich zu entspannen und die Wärme zu genießen. Als ich das nächste mal meinen Mann wiedererkannte fragte ich ihn, wie spät es denn jetzt eigentlich ist. “15 Uhr” antwortete er. “Wow” dachte ich nur. Dass der halbe Tag inzwischen schon vorbei war, war mir natürlich nicht bewusst. Bald schon kamen ein paar Ärzte mit einen Ultraschallgerät zu mir und schauten noch mal nach meiner Gebärmutter, nachdem sie wieder schmerzhaft auf meinen Bauch drückten. Besorgt holte die Oberärztin noch einmal den Chefarzt dazu der auch noch mal auf meinen Bauch drückte, woraufhin ich wieder vor Schmerzen aufstöhnte. Er sagte dann zu den Ärzten und zu mir: Das müssen wir gut im Auge behalten.. Frau H, Sie wissen schon, dass wir, wenn es nicht besser wird, Ihre Gebärmutter entfernen müssen?” “Waaaaaaaas?????” Dachte ich nur und schaute den Chefarzt mit eben einem solchen Blick an. Das kann jetzt nicht wahr sein… Meine Gebärmutter? Rausnehmen? Der Brutkasten meiner 4 Kinder? Das Wärmebettchen? Ist es so defekt? Bin ich so kaputt? Was ist hier bloß heute passiert….. Doch erst mal gab der Chefarzt für den Moment Entwarnung nur mit dem Hinweis, immer wieder nachzuschauen…Irgendwann konnte ich dann aus dem Aufwachraum zurück in den Kreißsaal. Ich war trotzdem noch so platt, dass ich die nächsten Stunden immer wieder einschlief und noch immer nichts von meinen Kindern hatte. So etwa gegen 17 Uhr war ich dann zumindest wieder in der Lage mich mit meinem Mann zu unterhalten und versuchte gemeinsam mit ihm zu verstehen, was eigentlich heute passiert ist. Zum Glück ging es mir mit der Zeit immer ein kleines bisschen besser, so dass wir am Abend sogar noch einmal zu unseren Kinimg-20161220-wa0018dern durften. Ich wurde im Bett dort hin geschoben und konnte dann das erste mal mit Mina und Lara kuscheln. Im Kreißsaal war ich noch skeptisch, ob mein Kreislauf das auch wirklich schon mitmachen würde, aber kaum hatte ich eins unserer Mäuse auf dem Arm, habe ich weder Schmerzen gehabt, noch habe ich mich schwach oder schwindelig gefühlt. Ich war einfach nur von Glück erfüllt und absolut stolz und erleichtert, endlich das kleine Bündel in den Armen halten zu dürfen.

Die Nacht habe ich zur Überwachung dann noch im Kreißsaal verbracht, doch glücklicherweise ist alles stabil geblieben und es ist kein weiterer Eingriff mehr nötig gewesen. Ich habe erfahren, dass ich insgesamt zwei Bluttransfusionen erhalten habe, weil ich wohl literweise Blut verloren habe, da sich meine Gebärmutter nicht wie normal zusammengezogen hat. In der OP haben sie eine Aussschabung vorgenommen und mir einen sogenannten Ballon eingesetzt, der der Gebärmutter Stabilität geben soll und das Zusammenziehen unterstützen soll. Mein niedrigster HB war wohl bei 5,8 (wer sich mit den Zahlen nicht so auskennt, so wie ich auch früher nicht, ein HB so um 9 ist nach einer Entbindung normal. Ein gesunder Mensch hat einen HB von ca 14 oder 15 so weit ich weiß. Und bei einem HB unter 8 würde man an Bluttransfusionen denken…). Vielen Dank an alle Ärzte und Hebammen, ich bin froh, dass alles am Ende gut ausgegangen ist und dass die Ärzte so schnell gehandelt haben.